Das BarCampGraz 2010 war aus Sicht der Beteiligten ein großer Erfolg. Auch von 7.-8. Mai 2011 wird das BarCamp Graz mit vier Themenschwerpunkten (Wissen, Politik, mobile Anwendungen und Design) einen Beitrag zur Öffnung, Vernetzung und Demokratisierung des Wissensaustausches liefern. Wir wollen hier nochmals den Blick auf ein paar grundlegende Aspekte werfen, die es uns ermöglichen das Funktionieren oder Nicht-Funktionieren offenen Wissenstransfers zu verstehen.
Vom 7.-9.5.2010 fand das Barcamp Graz statt, an dem verteilt über das Wochenende von Freitag bis Sonntag rund 200 Personen teilgenommen haben. Die Erfahrungen des Organisationsteams sowie das in der Abschlussrunde am Barcamp erhaltene Feedback, möchten wir hier nutzen, um einige Überlegungen zu dieser Methode des Wissenstransfers anzustellen.
Eine neuartige Form des Konferenzdesigns hat in den letzten Jahren einen regelrechten Boom erlebt. Die auch als “ad-hoc-Konferenzen” bezeichneten Barcamps stehen für einen offenen und gleichberechtigten Austausch von Wissen. Doch lässt sich diese Methode auch auf andere Kontexte wie Unternehmen übertragen? Auf Wissensmanagement Impulse sollen in mehreren Beiträgen einige (Erfahrungs-)Aspekte von Barcamps beleuchtet werden.
Anfang September 2010 fand die bewährte I-KNOW & I-SEMANTICS Konferenz in Graz statt und feierte ihr 10. Jubiläum. Die gut etablierte Konferenz vereint Wissenschaft und Wirtschaft und bietet eine Plattform zu Themen des Wissensmanagements, der Wissenstechnologien und speziell der Semantischen Technolgien, und versucht dabei beiden Communities Raum für Diskussion und Gedankenaustausch zur Verfügung zu stellen. Damit sich allerdings nicht im englischsprachigen wissenschaftlichen Teil und im deutschsprachigen Praxisforum wiederum jeweils nur VertreterInnen der einen Community treffen, gibt es innerhalb und außerhalb der jeweiligen Sessions Zeit und Möglichkeiten um den intensiven Austausch untereinander ebenfalls zu gewährleisten.
Wissenstransfer zwischen Forschungseinrichtungen und Unternehmen ist ein vielfach diskutiertes und komplexes Thema, dem im Laufe der letzten Jahre immer mehr Bedeutung beigemessen wurde. Wissen stellt heute in Unternehmen die wichtigste Ressource dar, um (langfristige) Wettbewerbsvorteile gegenüber der Konkurrenz aufbauen zu können. Die Generierung, Weitergabe und Verarbeitung von Wissen ist demnach von höchster Relevanz, wissenschaftliche Expertise und Know-How sowie bestimmte an Universitäten und außeruniversitären Forschungseinrichtungen entwickelte Kompetenzen werden dabei als wichtige Inputs für (technologische) Innovationen gesehen.
Von 2. bis 4. September 2009 fand die I-KNOW ’09 in Graz statt. Die Konferenz vereint Wissenschaft und Wirtschaft auf den Gebieten des Wissensmanagements und der Wissenstechnologien mit einem englischsprachigen wissenschaftlichen Teil und einem deutschsprachigen Praxisforum. Im Rahmen der Konferenz veranstaltete das Wissensmanagement Forum (WMF) den ersten Internationalen Kooperationsworkshop für DissertantInnen. Der Workshop richtete sich hauptsächlich an gegenwärtige und zukünftige DissertantInnen aus dem Bereich Wissensmanagement und wurde in englischer Sprache abgehalten.
Erfahrungstransfers von einem Projekt zum nächsten bzw. damit verbundene Lessons Learned Workshops sind ein wichtiger Bestandteil der Wissensverteilung und –bewahrung in Unternehmungen. Die Inhalte können sowohl technischer (Produkt, Funktion, …) als auch organisatorischer Natur (Projektleitung, Zusammenarbeit, Kommunikation, …) sein.
In der Regel sollen in diesen Workshops (Schwerpunkt Organisation) Erkenntnisse hinsichtlich folgender Fragestellungen gewonnen werden:
Oft wird in mittleren bis großen Unternehmen das interne Weiterbildungsangebot wie an einer Volkshochschule organisiert: Es gibt feste Bildungsangebote, die von einer administrativ orientierten Personalabteilung organisiert werden. Diese Handhabung trägt kaum zum flexiblen Weiterbildungsbedarf eines Unternehmens bei, das laufend auf Marktbedürfnisse reagieren muss. Daraus folgt, dass bei den zumeist überholten und starren Weiterbildungskatalogen nicht die zentrale Frage „Welche nachhaltige Wissensentwicklung ist für den Erfolg am Markt wichtig?“ im Vordergrund steht. Eine sich vergrößernde Lücke zwischen aktuellstem Soll-Wissen und dem effektiven Wissensstand im Unternehmen wird dadurch kultiviert.