Der Anteil von Unternehmen mit erfolgreichen Produkt- und Prozessinnovationen von 2001 auf 2002 ging zurück und folgte somit dem allgemeinen wirtschaftlichen Verlauf. Es zeigen sich aber große Unterschiede unter den Unternehmen bzgl. Branchen und besonders hinsichtlich der Anzahl der MitarbeiterInnen.

Die Ergebnisse in aller Kürze:

- 2002 gab es im Vergleich zu 2001 weniger Unternehmen, die Produkt/Prozessinnovationen auf den Markt brachten

- die Innovationsaufwendungen von Großunternehmen stiegen weiterhin an, Klein- und Mittelunternehmen (bis max. 500 MitarbeiterInnen) verloren an Boden

- es ist allgemein eine Zunahme nicht-investiver Innovationsaufwendungen (in Personal- und Sachaufwendungen) zu erkennen. Lt. den AutorInnen der Studie legen Unternehmen hier den Fokus auf zukunftsorientiere Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen (wie Workshops und Schulungen) und konzeptionelle Arbeiten, um im Falle anziehender Aufträge bzw. besser werdender Wirtschaftslage mit Innovationen am Markt punkten zu können.

- Es ist ein Zusammenhang zwischen Exportorientierung und Innovationsaufwendungen erkennbar, was damit zusammenhängen kann, dass exportorientierte Unternehmen auf Gegebenheiten der verschiedenen Märkte stärker eingehen müssen und auch vom stärken Wirtschaftswachstum ausländischer Märkte profitieren.

- Die Automotive Branche führt die Liste der Innovativen an, wobei hier unter anderem ein statistischer Effekt durch bspw. den Wechsel von Elektronikunternehmen zum Automobil-Zulieferer zu tragen kommt.

- Klein- und Mittelunternehmen schraubten ihre Innovationsaufwendungen deutlich zurück, was unter anderem auf die finanzielle Belastung sowie die hohe Unsicherheit von Markterfolgen zurückzuführen ist.

- Die Forschung und Entwicklung ist die treibende Kraft von Innovationen. Der Anteil kontinuierlich FuE betreibender Unternehmen ist konstant geblieben, was wiederum auf eine starke Zukunftsorientierung schließen läßt. Bemerkenswert ist der hohe Stellenwert von FuE für wissensintensive Dienstleistungsunternehmen.

Die Zukunftsorientierung von Großunternehmen und das Commitment, weiterhin in FuE und Innovation zu investieren, zeigt das Bewußtsein, dass Innovationen einen integralen Bestandteil der Wettbewerbsfähigkeit darstellen. Aber besonders Klein- und Mittelunternehmen, die ja gemessen an der Anzahl von Unternehmen einen Anteil von über 99 % in der Europäischen Union halten, sehen sich gezwungen in Zeiten wirtschaftlicher Flaute Aufwendungen, die erst mittel- bis langfristig Erfolg versprechen, zurückzuschrauben. Dadurch wird aber auch die Basis für zukünftige Innovationen beträchtlich geschmälert. Es ist wichtig, hier eine langfristige Strategie zu verfolgen, die es ermöglicht, bei anspringender Konjunktur nicht den Anschluß zu verpassen.

Der vollständige Bericht kann unter http://dbs.cordis.lu/cordis-cgi/srchidadb?ACTION=D&SESSION=&DOC=1&TBL=EN_RTDN&RCN=EN_RCN_ID:1912&CALLER=CORDISwire heruntergeladen werden.