Wirtschaftliches Wachstum und damit der Wohlstand von Ländern und Regionen hängt im 21. Jahrhundert wesentlich von der Verfügbarkeit von menschlicher Kreativität in Form von Wissensarbeitern ab.
Waren etwa um 1900 nur etwa 10% der arbeitenden Bevölkerung in den USA kreativ tätig, waren es 1980 15% und sind es heute etwa ein Drittel (33%). Diese Entwicklung zeigt, dass kreative Wissensarbeiter mit einer rasch zunehmenden Bedeutung für die wirtschaftliche Entwicklung von Unternehmen und damit von Volkswirtschaften (Länder, Regionen) verantwortlich sind.
Die Kehrseite: Kreativität ist hochmobil! Kreative Wissensarbeiter bleiben also nur dort länger, wo das entsprechende Umfeld geboten wird: Messbar durch den so genannten “Creativity Index”.

Prof. Richard Florida (Professor für regionale wirtschaftliche Entwicklung in Pittsburgh) hat diesbezüglich gemeinsam mit Irene Tinagli eine empirische Untersuchung in mehreren Staaten durchgeführt (Europäische Staaten, USA). Außerdem hat er auch Regionen in den USA untersucht. Das Ergebnis ist in Harvard Business Review (Ausgabe Feber 2004) veröffentlicht worden.

Der Inhalt der Studie: Entscheidend für die Kreativität sind die drei Kategorien “Technologie”, “Talent” und “Toleranz”. Die Messung erfolgte auf Basis von objektiven Faktoren der drei Kategorien in den jeweiligen Ländern oder Regionen. Die Skala des “Creativity” Index reicht von 0 bis 1. Wie die Messung genau erfolgte, ist in diesem Bericht nicht beschrieben. Die Daten zur Studie wurden in den Jahren 1997-2000 erhoben

Das Ergebnis der Untersuchung ist für Prof. Florida insofern überraschend, weil die USA nicht führend ist!
Das Ergebnis im einzelnen:
1. Schweden (0,81)
2. USA (0,73)
3. Finnland (0,72)
4. Niederlande (0,67)
5. Dänemark (0,58)
6. Deutschland

10. Österreich (0,39)

14. Griechenland (0,31)
15. Portugal (0,19)

Bei den Regionen in den USA zeigt sich folgendes Bild:
1. Austin Texas (0,963)
2. San Francisko (0,958)

15. Atlanta ex aequo mit Corvallis, Oregon (0,873)

Ob man durch den “Creativity Index” tatsächlich auf den Wohlstand schließen kann, bleibt offen. Ein guter Index ist jedenfalls eine gute Voraussetzung!
Der “Creativity Index” ist interessant für politische Entscheidungsträger, die durch ihre Entscheidungen das politische Umfeld und dadurch auch Kategorien wie Toleranz wesentlich prägen!