Anlässlich seines 5 jährigen Bestehens lud das Wissensmanagement Forum Graz (WM-Forum) am 03.03.2005 zu einer Jubiläumsveranstaltung in die Aula der TU Graz ein. Das WM-Forum konnte bei dieser Veranstaltung zwei neue Aktivitäten vorstellen: Zum einen den dritten Teil der erfolgreichen Reihe “Praxishandbuch Wissensmanagement” mit dem Untertitel “Wissen erfolgreich nutzen – jetzt und in Zukunft”, in dem – wie schon in den beiden anderen Teilen davor – ausgewählte Themenbereiche praxisnah und kompakt aufbereitet werden. Zum anderen das Online Magazin “Wissensmanagement Impulse”, in dem Sie gerade lesen. Abgerundet wurde die Veranstaltung durch interessante Vorträge von namhaften Vertretern aus Industrie und Wissenschaft.

Nach der Begrüßung durch den Obmann des WM-Forum Karl Ritsch, der als Moderator durch die Veranstaltung führte (Foto, Programm), machte der Rektor der TU Graz Hans Sünkel (Foto) auf die Bedeutung von Wissen als der wichtigsten Ressource aufmerksam und stellte dabei insbesondere den Wissenstransfer zwischen den Universitäten untereinander und zwischen den Universitäten und der Wirtschaft in den Vordergrund. Gerald Schöpfer (Foto), Steirischer Landesrat für Wirtschaft und Europa, betonte in seinem Eröffnungsstatement, dass wir bereits in einer Wissensgesellschaft leben und Wissen die wichtigste Ressource für unsere Wirtschaft ist.

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Bruno Hribernik (Foto, Folien) von der BÖHLER UDDEHOLM AG wies in seinem Vortrag mit dem Titel “Wissensmanagement aus Sicht der Industrie” auf seine enge Verbundenheit zum WM-Forum hin und erklärte, das BÖHLER UDDEHOLM eines der ersten österreichischen Unternehmen war, das sich erfolgreich mit Wissensmanagement und Wissensbilanzierung auseinandergesetzt hat.

Manfred Bornemann (Foto, Folien), Gründungsmitglied des WM-Forum, erklärte, dass Intellektuelles Kapital in der Wissensgesellschaft ein großes Potential zur Wertschöpfung hat, dieses Potential aber noch nicht systematisch genutzt wird. Weiters strich er die  Vorreiterrolle Österreichs bei der Wissensbilanzierung heraus und erwähnte, dass bei Vorträgen zum Thema Wissensbilanzierung (vor allem in Deutschland) häufig auf österreichische Erfolgsstories (z.B. BÖHLER UDDEHOLM, ARC Seibersdorf) bezug genommen wird.

Reinhard Willfort (Foto), ebenfalls WM-Forum-Gründungsmitglied, ließ die letzten fünf Jahre des WM-Forum revuepassieren. Die Highlights dabei in chronologischer Reihenfolge: Der Ausgangspunkt des WM-Forum liegt im Jahr 1998. Damals konstituierte sich im Rahmen des 12. Kongresses der Wirtschaftsingenieure eine Arbeitsgruppe von Wissenschaftern der KF-Universität Graz, der TU Graz und der MontanuniversitätLeoben mit dem Ziel der Formierung einer gemeinsamen Plattform zum Austausch und zur Diskussion von Forschungsergebnissen. Im Jahr 2000 wurde das WM-Forum ins Vereinsregister eingetragen und das erste Praxishandbuch Wissensmanagement herausgegeben, dass 2001 ins Slowenische übersetzt wurde. Danach formierte sich die zweite Generation des WM-Forum und veröffentlichte 2002 das Praxishandbuch Wissensmanagement, Teil 2. Die Inhalte der Praxishandbücher 1 und 2 wurden unter dem Titel “An Illustrated Guide to Knowledge Management” ins Englische übersetzt und sind auf der Homepage des WM-Forum frei verfügbar. Dadurch wird neben einer ohnehin sehr großen Verbreitung im deutschsprachigen Raum auch die internationale Leserschaft angesprochen. Die nunmehr dritte Generation des WM-Forum hat jetzt das Projekt “Praxishandbuch Wissensmanagement, Teil 3″ erfolgreich beendet und mit dem Onlinemagazin “Wissensmanagement Impulse” neue Impulse gesetzt.

Im Anschluss an diesen Rückblick zitierte Stefan Güldenberg (Foto, Folien), Universitätsassistent an der WU Wien und Mitglied der Plattform Wissensmanagement, in seinem Vortrag mit dem Titel “Perspektiven im Wissensmanagement: Quo vadis?” eine Studie aus dem Jahr 2004, in der Wissensmanagement als überdurchschnittlich wichtig eingestuft wird, gleichzeitig aber die Zufriedenheit damit nicht sehr hoch ist und ein sehr hoher Forschungsbedarf
auf diesem Gebiet gesehen wird.

Elisabeth Hirschbichler und Angelika Sodian (Foto), beide Mitglieder des aktuellen WM-Forum-Kernteams, präsentierten die Inhalte des Praxishandbuches Wissensmanagement, Teil 3 (Folien). Sie erklärten, dass das Layout ähnlich dem seiner Vorgänger ist: Ausgewählte, praxisrelevante Themen werden auf je einer Doppelseite behandelt, wobei die Inhalte übersichtlich in graphischer Form aufbereitet sind. Die Inhaltliche Struktur ist mit den Kapiteln Wissenscontrolling, Humankapital, Beziehungskapital sowie Strukturkapital und Prozesse an den Aufbau der Wissensbilanz angelehnt und wird durch das Kapitel Wissenstransfer abgerundet. Das PHB 3 ist auf der Website des WM Forum Graz erhältlich.

Im Anschluss stellte Markus Strohmaier (Foto, Folien), ebenfalls WM-Forum-Kernteammitglied, mit dem Online Wissensmanagement Impulse (WMI) die zweite neue Aktivität des WM-Forum vor, dessen Vision es ist, das führende aktuelle Online-Medium zum Thema Wissensmanagement im deutschsprachigen Raum zu werden. WMI ist als Ergänzung zum alle 2 Jahre erscheinenden Praxishandbuch Wissensmanagement zu sehen und ermöglicht es den Autoren mit wissenschaftlichem Hintergrund, aktuelle Artikel zum Thema Wissensmanagement zu veröffentlichen und mit Praktikern, Wissenschaftlern bzw. allen Wissensmanagement-Interessierten in Diskussion  zu treten.

Den inhaltlichen Abschluss der Veranstaltung bildete wieder ein Vortrag aus der Industrie. Stefan Rohringer (Foto, Folien), Vizepräsident des Grazer Entwicklungszentrums der Infineon Technologies Austria AG, referierte über “Die Bedeutung des Wissens für die strategische Unternehmensführung” und erklärte, dass besonders in sehr dynamischen Branchen wie der Halbleiterbranche die Halbwertszeit des Wissens immer kürzer und Wissen zur wettbewerbsentscheidenden Ressource wird. Weiters erklärte er, wie Infineon sehr erfolgreich mit dieser Situation umgeht und welche Wissensmanagement-Tools dafür eingesetzt werden.

Das Wissensmanagement Forum wird auch in Zukunft versuchen, das Thema Wissensmanagement voran zu treiben sowie den Erfahrungsaustausch zwischen Wissenschaftlern und Praktikern zu fördern und würde sich sehr freuen, Sie weiterhin als Leser dieses Online Magazins und unserer Praxishandbücher bzw. als Teilnehmer an einer unserer nächsten Veranstaltungen begrüßen zu dürfen.