Bei der Einführung von Wissensmanagement Methoden und Tools ist in der Praxis oft nicht klar, welche Anforderungen erfüllt werden müssen, damit eine nachhaltige Verankerung im Unternehmen besteht. Oft wird auf Softwareprodukte von der Stange zurückgegriffen und geglaubt, daß sich Standardlösungen für die Unterstützung des hauseigenen Wissensmanagement eignen.

Im Folgenden soll nun eine Anwendung der Nutzwertanalyse in einem Unternehmen vorgestellt werden, die zum qualifizierteren Auswählen der passende Methode oder des passenden Tools dient:

1. Schritt: Zuerst wurde definiert , für welche Anwendungsprozesse, Methoden und Tools auszuwählen sind. Hierbei kann es sich z.B. um Erfahrungstransferprozesse, Wissensidentifikationsprozesse, Wissensentwicklungsprozesse,… handeln.

2.Schritt: Definition von Beurteilungsparameter der Methode/des Tools

Hierfür wurden folgende Parameter bestimmt:

  • Flexibilität
  • Erfahrungstransfer
  • Aufwand
  • Automatisierungsgrad
  • Filterung/Selektion
  • Unternehmenskultur

3. Schritt: Diesen Beurteilungsparametern wurde eine Gewichtung zugeteilt.
dies erfolgte dadurch, daß 100% Gesamtgewicht auf die Parameter verteilt wurde. Hierbei stellte sich heraus, daß die Unternehmenskultur und Filterung/Selektion für das Unternehmen, das mit erheblichen Datenmengen zu arbeiten hat, die größte Bedeutung haben.

4. Schritt: Jetzt fand die subjektive Bewertung des Matchings der Methoden und Tools mit den Anwendungsprozessen statt. Die einzelnen Methoden und Tools wurden aufgrund der Erfüllung der Anforderungen aus den Beurteilungsparametern bewertet, z.B. 0 (gar nicht) – 9 (sehr gut)

5. Schritt: Nun erfolgte die Bildung des Teilnutzwertes. Hierbei wurde die Gewichtung der Beurteilungsparameter mit den subjektiven Bewertungen multipliziert. Somit errechnet sich für jede(s) Methode/Tool in der entsprechenden Zeile der Beurteilungsparameter ein Teilnutzwert.

6. Schritt: Als Abschluß wurde der Gesamtnutzwert der Methode/des Tools aufsummiert als Ergebnis der Addition aller Teilnutzwerte einer/s Methode/Tool.

Diese Systematik hilft, im Dschungel der verfügbaren Methoden/Tools für Wissensmanagement einen Überblick zu behalten. Darüber hinaus bleiben Entscheidungen für Methoden/Tools transparent und nachvollziehbar. Wenn sich das Unternehmensumfeld ändert, so kann schnell auch die Beurteilung adaptiert werden.