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Wissensmanagement Impulse

Wie interdisziplinär ist Wissenstransfer von der Forschung in die Praxis?

Wissenstransfer zwischen Forschungseinrichtungen und Unternehmen ist ein vielfach diskutiertes und komplexes Thema, dem im Laufe der letzten Jahre immer mehr Bedeutung beigemessen wurde. Wissen stellt heute in Unternehmen die wichtigste Ressource dar, um (langfristige) Wettbewerbsvorteile gegenüber der Konkurrenz aufbauen zu können. Die Generierung, Weitergabe und Verarbeitung von Wissen ist demnach von höchster Relevanz, wissenschaftliche Expertise und Know-How sowie bestimmte an Universitäten und außeruniversitären Forschungseinrichtungen entwickelte Kompetenzen werden dabei als wichtige Inputs für (technologische) Innovationen gesehen.

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Ein Lob der Torheit? – Ursula Schneiders “Das Management der Ignoranz”

Periodisch wiederkehrend werden wir darauf hingewiesen, dass man Wissen eigentlich nicht messen könne. Den eifrigen Wissensmanagement-Aktivitäten – seien sie nun so benannt oder nicht – tut dies zumeist keinen Abbruch. Die Nachteile von solch blindem Aktionismus hat die Grazer Management-Professorin Ursula Schneider bereits in ihrem Buch “Die 7 Todsünden des Wissensmanagements” aufgezeigt. In “Das Management der Ignoranz” widmet sie sich nun dem blinden Fleck des Wissensmanagement-Diskurses: dem Nicht-Wissen.

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Kompetenzentwicklung Teil 1- Ein Schlüssel zur Bewältigung zukünftiger Aufgaben?

Da mit Wissensmanagement nicht nur Aktivitäten auf organisationaler Ebene gemeint sind, sondern auch der Umgang des Individuums mit der Ressource Wissen und Wissensmanagement somit immer auch individuelles Wissensmanagement ist (nachzulesen im Artikel von Robert Gutounig über Individuelles Wissensmanagement vom 11.08.2005), lohnt sich ein bildungstheoretischer Blick auf dieses Individuum. Der vorliegende Beitrag wirft die Frage auf, wie es Individuen gelingen kann, ihre Ressourcen zu managen und mit sich ständig ändernden Anforderungssituationen umzugehen. Fokussiert wird dabei das Konstrukt der Kompetenz.

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Konstruktivismus als Erklärungsprinzip

Die Prinzipien Realismus und Konstruktivismus bergen bedeutende Implikationen für das Wissensmanagement. Der Konstruktivismus stellt dabei, im Gegensatz zum Realismus, das Subjekt (bzw. den Beschreiber/Beobachter) in den Mittelpunkt aller Betrachtungen. Was allerdings steckt im Detail hinter dem Erklärungsprinzip “Konstruktivismus”? Was sind die zentralen Merkmale? Und was ist die dahinterliegende Sichtweise? Dieser Beitrag gibt Antworten auf diese Fragen und verweist auf ein- und weiterführende Literatur.

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Realismus als Erklärungsprinzip

Realismus und Konstruktivismus stellen zwei sehr gegensätzliche philosophische Weltauffassungen dar. Den zentralen Unterschied zwischen diesen zwei Betrachtungsweisen spiegelt die (Un-)Separierbarkeit von Subjekten und Objekten in unserer Welt wieder. Die Auswirkungen der zwei Betrachtungsweisen Realismus und Konstruktivismus auf das Verständnis der Wissensgesellschaft sind deshalb unterschiedlich. Die heutige Informations- und Wissengesellschaft beschreibt eine Gesellschaft in der Wissen als zentraler Bestandteil & zentrales Gut von Kulturen betrachtet wird. Zu Beginn einer Beitragsserie werden in diesem Beitrag wesentliche Charakteristika des Realismus eingeführt und erläutert.

Zentrale Merkmale

Der Realismus geht von einer prinzipiellen Separierbarkeit von Subjekten und Objekten aus („Ontische Trennung“ [1]). Objektive Wahrheit existiert demnach unabhängig vom Subjekt. Das Subjekt hat die Möglichkeit durch Elimination von Störfaktoren sich einer objektiven Wahrheit anzunähern. Erkenntnisfortschritt geschieht durch Prüfung (Falsifikation), Einsatz (Bewährung) und schlußendlich Substitution von Theorien [2]. Wahrheit wird als regulative Idee begriffen.

Instrumente des Realismus

Einer der wesentlichsten Begründer und Vertreter des Realismus war Karl R. Popper. Die Existenz einer objektiven Wahrheit wird vom Realismus auf der „Regulativen Idee einer Wahrheit“ (hypothetischer Realismus) begründet [2,3]. Ist auch diese regulative Idee selbst nicht begründbar, so wird sie von Realisten als notwendig erachtet. Es erscheint rational und notwendig, an eine subjekt-unabhängige Welt zu glauben (im Gegensatz zum z.B. Solipsismus). Ausgehend von diesem Fundament beschreibt der Realismus Möglichkeiten, sich dieser objektiven Wahrheit anzunähern. Instrumente dazu sind die Begriffe des „Objektiven Wissens“, der „Hypothesen“ und der „Wahrheitsähnlichkeit“.

Objektives Wissen (oder Wissen der dritten Welt nach [2,3]) beschreibt Wissen das (z.B. in Büchern) unabhängig von Menschen existiert. Dieses Wissen muss zwar von Menschen entschlüsselbar sein, ist aber insofern autonom als dass es selbständig, neue Probleme hervorbringen kann. Menschen interagieren (bidirektional) mit dieser dritten Welt. (in diesem Zusammenhang sind auch die Beiträge ‘Sind Dokumente Wissen?‘ und ‘Wann Dokumentenmanagement auch Wissensmanagement darstellen kann‘ relevant.)

Hypothesen sind „Bewohner“ der dritten Welt, obwohl sie von Subjekten (der zweiten Welt nach [2,3]) hervorgebracht werden. Sie verfügen über einen Wahrheitsgehalt der über die Übereinstimmung der Hypothese mit der Realität (z.B. durch empirische Überprüfungen mit der ersten Welt [2,3]) Aussagen trifft. Wissenschaftliche Hypothesen können (und sollen) in Bezug auf Ihre Wahrheitsähnlichkeit kritisch getestet werden (Notwendigkeit von Falsifizierbarkeit). Die kritische Grundeinstellung gegenüber Hypothesen zeichnet den Realismus aus.

Wahrheitsähnlichkeit beschreibt die Annäherung einer Hypothese an die Wahrheit. Zentral für die Wahrheitsähnlichkeit einer These ist z.B. die Allgemeinheit Ihrer Aussage als auch Ihre Voraussage-, Ausschluss- und Widerlegungskraft. Die Bewährung einer These gibt Auskunft darüber, wie sehr sie rationaler, kritischer Diskussion stand gehalten hat. Wichtig ist es hierbei anzumerken, dass die Bewährung einer Hypothese kein zwingender Indikator für Ihren Wahrheitsgehalt darstellt. (Beispiel: Die These „Die Sonne dreht sich um die Erde“ war in der Vergangenheit als bewährt angesehen.)

Ein Folgebeitrag wird sich dem Konstruktivismus (Link zum Artikel) widmen, bevor diese beiden Perspektiven gegenübergestellt werden.

Literatur:
[1] Einführung in den Konstruktivismus, Hrsg. Heinz Gumin und Heinrich Meier, Piper Verlag GmbH, München, 7. Auflage Sept. 2003
[2] Objektive Erkenntnis, Karl R. Popper, Hoffmann und Campe Verlag, Hamburg, 1973.
[3] Logik der Forschung, Karl R. Popper, Akademie-Verlag, Mai 2004.